Frankfurter Kranz

Ich habe am letzten Wochenende etwas Verrücktes gemacht und einfach mal einen Frankfurter Kranz gebacken. Jetzt weiß ich auch, wieso meine Mutter das nie gemacht hat: Es ist einfach eine Menge Arbeit. Und eine wahre Kalorienbombe. Trotzdem sehr lecker und nicht zu Unrecht der Lieblingskuchen meiner Oma. Ich wollte also wissen ob ich das auch hinbekomme, und das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen! Ich hatte durchaus ein paar Hilfsmittel: Eine Kuchenform von der Schwiegermutter, Unterstützung von der Verlobten und ein Rezept aus dem „Neuen Großen Konditoreibuch“ von 1966, aus dem Nachlass des Großvaters der Verlobten, seines Zeichens Konditormeister.

An das sehr vage Rezept (z.B. die Backvorschrift: Die Masse „darf nicht zu rasch gebacken werden“; keine Temperatur- oder Zeitangabe) aus dem Buch habe ich mich für den Boden gehalten, die Rezepte für die Buttercreme und das Krokant sind eher frei interpretiert und nach Verglichen von mehreren Rezepten aus dem Buch und im Internet entstanden.

Da wirklich viele Komponenten für das Rezept nötig sind, habe ich für dieses Rezept ausnahmsweise die Zutatenliste und die Zubereitung für jede Komponente einzeln verfasst. Voran stelle ich die Vorschrift für den zeitlichen Ablauf und das Zusammenfügen aller Komponenten inklusive Tipps:

Zubereitung Frankfurter Kranz:

Zunächst für die Buttercreme einen Pudding kochen. Dieser muss vollständig auf Raumtemperatur abkühlen, bevor er mit der Butter zur Buttercreme weiterverarbeitet werden kann, da sonst die Butter gerinnen würde. Auch die Butter muss dafür Zimmertemperatur haben, also am besten direkt nach dem Puddingkochen aus dem Kühlschrank nehmen.

Während der Pudding abkühlt, kann man den Kranz in einer speziellen Frankfurter-Kranz-Form oder in einer Gugelhupf-Form backen. Der Boden sollte vor dem Zerschneiden auch vollständig abgekühlt sein. Man sieht, das kann alles dauern.

Während also Pudding und Boden abkühlen (über 1 Stunde), kann man den Krokant zubereiten. Oder auch auf gekauften zurückgreifen und in der gewonnenen Zeit etwas lesen oder fernsehen. Wenn da nicht noch der Kirschläuterzucker wäre, den man zum Tränken des Bodens zubereitet. Der kühlt wenigstens schnell ab (ca. 5 Minuten).

Nun muss nur noch die Buttercreme fertig gestellt werden sowie ein Glas Marmelade geöffnet werden (ich habe Mirabellenkonfitüre benutzt, sehr gut passt auch Aprikose) und man kann anfangen den Kuchen fertigzustellen:

Dazu wird der Kranz zwei Mal horizontal durchgeschnitten und die untere und mittlere Schicht mit dem Kirschläuterzucker getränkt. Dann wird ca. 5 Millimeter Buttercreme auf die untere und mittlere Schicht bestrichen, gefolgt von der Konfitüre. Nun werden alle Schichten des Bodens aufeinander gestapelt und rundum mit Buttercreme bestrichen. Aber Achtung: ein bisschen Buttercreme aufheben, um den Kranz am Schluss noch verzieren zu können!

Der Kranz wir nun mit dem Krokant bestreut und mit Tupfen von Buttercreme verziert, die noch mit Belegkirschen gekrönt werden.

Vor dem Verkosten sollte der Kranz für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen.

Zutaten Buttercreme:

500 ml Milch
1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
1 Teel. Butter
2-3 Päckchen Vanillezucker
50 g Zucker
1 Prise Salz
250 g Süßrahmbutter (Zimmertemperatur)

Den Pudding nach Anleitung zubereiten (in meinem Fall das Pulver mit 500 ml Milch zubereiten). Während der Pudding kocht, noch zusätzlich 1 TL Butter, Vanillezucker und Zucker unterrühren. (Die zusätzliche Vanille und Zucker sind notwendig, da der Pudding später mit der Butter „verdünnt“ wird. Ohne zusätzliche Vanille wäre die Creme also zu fad.

Den Pudding zum Abkühlen mit Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bilden kann. Die Butter aus dem Kühlschrank holen und mit dem Kranz beginnen (siehe weiter unten).

Sobald sowohl Pudding als auch Butter Zimmertemperatur haben, kann die Buttercreme fertig gestellt werden: Mit dem Handrührgerät den Pudding kurz durchschlagen. Die Butter 5 Minuten schaumig rühren. Den Vanillepudding löffelweise dazu geben, und dabei stetig weiter schlagen.

Zutaten Kranz:

70 g Butter
125 g Zucker
2 Eier
280 g Mehl
7 g Backpulver
1 Prise Salz
125 ml Milch

Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Kranzform gut fetten und mit Mehl bestäuben.

Butter mit Zucker schaumig rühren. Nacheinander die Eier unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz vermischen und nach und nach mit der Milch unter den Teig rühren.

Den Teig in die Form füllen und glatt streichen. Bei mir war die Form nur halb gefüllt, aber es hat dann genau gepasst. Den Boden 30 bis 35 Minuten backen. Mit der Stäbchenprobe testen ob der Teig gar ist. Den fertigen Boden aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, türzen und komplett abkühlen lassen.

Den Kranz in drei gleich dicke Schichten teilen. Dazu kann man mit Zahnstochern die Höhe markieren und dann mit einem scharfen Brotmesser die Schichten schneiden oder auch mit einem Bindfaden den Kranz teilen.

Zutaten Krokant:

100 g gehackte Haselnüsse oder Mandeln
50 g Zucker

Zucker in einer Pfanne unter ständigem Rühren goldgelb erhitzen, 100 g gehackte Nüsse nach und nach unter Rühren hinzufügen, kurz unterrühren und alles auf einem Backpapier ausbreiten. Nach Erkalten mit einem Messer in kleine Stücke zerhacken.

Zutaten Kirschläuterzucker:

50 ml Wasser
2 TL Zucker
1-2 EL Kirschwasser bei Belieben

Wasser und Zucker aufkochen. Nach Abkühlen (ca. 5 Minuten) das Kirschwasser unterrühren.

Sonstige Zutaten:

8 EL Konfitüre (z.B. Aprikosen, hier: Mirabellenkonfitüre)
Belegkirschen oder auch Himbeeren

 

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